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Freiheit für Abdullah Öcalan

Auf türkischem Boden leben rund 50% aller Kurden. Die türkische Regierung tut sich aber nach wie vor schwer damit, auch nur die Existenz eines kurdischen Volkes zu akzeptieren und ließ sich erst vor wenigen Jahren dazu herab, den öffentlichen Gebrauch der kurdischen Sprache zu gestatten.

Nach wie vor werden die Anhänger einer kurdischen Unabhängigkeit oder Autonomie ermordet, gefoltert und eingesperrt. Eine politische Vertretung wird den Kurden nicht gestattet.

Die Verkörperung des kurdischen Wollens in der Türkei ist die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die unter den verschiedensten Namen (derzeit „Volkskongress Kurdistan“) firmiert.

Die Partei wurde 1978 gegründet und setzt offen auf militanten Widerstand; durch Guerillakrieg sollen Revolution und Bildung eines kurdischen Staates erreicht werden. In den 90iger Jahren schwächte die PKK ihre Forderungen soweit ab, dass sie sich vorerst mit einer Autonomie Nordkurdistan zufrieden geben würde. Fernziel bleibt aber weiterhin ein unabhängiger Kurdenstaat.

Zwischen 1984 und 1999 tobten erbitterte Kämpfe zwischen den brutal vorgehenden türkischen Armee- und Polizeieinheiten und den Guerilleros der PKK-Milizen, bei denen es mindestens 30.000 Todesopfer gab.

Parteigründer der PKK ist Abdullah Öcalan, der am 15. Februar 1999 mit amerikanischer Hilfe gekidnappt wurde und sich seitdem in türkischer Gefangenschaft befindet. Im Sommer 1999 wurde er zum Tode verurteilt. Weil die Türkei aber wenig später die Todesstrafe abschaffte, wurde das Urteil nicht vollstreckt. Seit 10 Jahren wird er nun auf der Gefängnisinsel Imrali festgehalten und dort als einziger Insasse von tausenden Soldaten bewacht. Fast alle Rechte normaler Häftlinge werden ihm dort verweigert: Telefongespräche, Fernsehen, zum Teil auch Radio. Besuchen dürfen ihn nur seine Anwälte und seine drei Geschwister: die Anwälte wöchentlich eine Stunde, die Angehörigen alle 14 Tage eine Stunde lang. Ansonsten hat ihn (bis auf eine Delegation des Anti-Folter-Komitees vom Europarat und seine Wärter) kein Mensch mehr gesehen. Trotzdem sei Öcalan kein gebrochener Mann wissen seine Anwälte zu berichten.

Freiheit für Abdullah Öcalan!

Freiheit für alle Aktivisten des kurdischen Widerstandes!