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Antifaschismus

Was ist Faschismus?

Am 23. März 1919 gründete der damalige Marxist Benito Mussolini in Italien mit wenigen Gesinnungsgenossen den „Fascio di combattimento“. Umgangssprachlich wurden sie als „Faschisten“ bezeichnet. Bis 1920 blieben sie eine unbedeutende linksorientierte Splittergruppe. Erst die Wendung nach rechts und die plötzliche scharfe Frontstellung gegen Kommunismus und Sozialismus gaben dieser Bewegung 1920-21 unvorhergesehenen Auftrieb. Nach der „Besetzung der Fabriken“ durch streikende Arbeiter im September 1920 fand besonders das italienische Großbürgertum Gefallen an den Faschisten.

Durch Unterstützung des liberalen Bürgertums, der Bürokratie, Teilen der Armee, sowie der katholischen Kirche gewann der Faschismus innerhalb kürzester Zeit weiteren Zulauf und wurde zur Massenbewegung in Italien.

„Nichts außerhalb des Staates, nichts gegen den Staat, alles für den Staat“, so lautete die berühmte, hundertfach wiederholte faschistische Formel vom totalitären Staat. Der Staatsbegriff schlechthin ist demnach das Ideal des Faschismus. Er ist sein höchster Wert, der andere Werte wie Selbstbestimmungsrecht, Volk oder Kultur als absolut zweitrangig ansieht, wenn nicht gar verneint. In der italienischen Bevölkerung blieben die Faschisten in erster Linie die Handlanger von Großgrundbesitzer und Industriellen, von denen der Faschismus auch tatsächlich abhängig blieb.

Faschismus braucht also einen starken Staat, der sein Volk unterdrückt und die Bürger als Sklaven des Staates ansieht. Die Interessen des Staates über das Wohl des Volkes zu stellen – das ist Faschismus! Dies zeigte sich beim Austro-Faschismus in Österreich sowie beim Franco-Faschismus in Spanien. Und auch der Hitlersche Nationalsozialismus war ähnlich staatskapitalistisch konstruiert wie die faschistische Ideologie, verfolgte das eigene Volk, propagierte einen bürgerlichen Staatsnationalismus und vertrat imperialistische Träumereien.

Die Verteidigung der Rechte eines jeden Volkes, ja eines jeden Menschen, auf eigenes Leben, auf Selbstbestimmung, auf unzerstörte Umwelt, das Recht also auf Zukunft überhaupt, ist Antifaschismus.

Im Beschluss des 5. Weltkongresses der Komintern von 1924 wurde der Faschismus als „terroristische Diktatur der am meisten reaktionären, chauvinistischen und imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ definiert.

Die Entwicklung des Antifaschismus

Der ursprüngliche Antifaschismus besteht in Deutschland seit den zwanziger Jahren. Er ergab sich aus der Notwendigkeit jeder politischer Organisation, die eigenen Ziele gegenüber dem Gegner durchzusetzen und sich zu behaupten.

Die authentische Antifa ergab sich also als Folge eines politischen Wollens, in diesem Falle der KPD, aber auch der SPD. Man sah gar nicht mal in allen Zielen des Gegners Gegensätze zur eigenen Anschauung und es gibt viele Beispiele dafür, dass es zwischen nationalistischen und nationalsozialistischen Gruppierungen einerseits und sozialistischen und kommunistischen Gruppen andererseits gemeinsame Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen gab. Dabei ging es vielen in den zerstrittenen Lagern um das Wohl der Menschen und darum, eine glückliche Gesellschaft zu verwirklichen. Es wurden sogar gemeinsame Kampfveranstaltungen gegen das System von Weimar durchgeführt, weil man auch hier sah, dass die Interessen des Staates über das Wohl des Volkes gestellt wurden.

Aber natürlich wusste jeder Kommunist, warum er die Nazis bekämpfte und jeder Nazi wusste dies umgekehrt ebenso. Antifa-Arbeit war also damals Mittel zum Zweck, um die eigenen Ziele durchsetzen zu können. Diese politische Motivation stellte der Antifaschismus bis in die siebziger Jahre dar und war bis dahin als Bestandteil der sozialistischen, kommunistischen und anarchistischen Gruppen anzusehen und erfüllte dort eine ähnliche Funktion, wie in den zwanziger Jahren. Die Antifa hatte damals weder eine „Kontrollfunktion“ für eigene Leute und Gruppen, noch war sie als Rollkommando für den Gegner erwünscht. Publikationen, die sich nur mit der Antifa-Arbeit beschäftigten, gab es damals gar nicht. Den Schwerpunkt in sozialistischen und kommunistischen Publikationen prägten vor allem weltanschauliche und philosophische Artikel und man setzte sich intensiv und kritisch mit den eigenen Vorstellungen und Zielen auseinander.

Im laufe der 80iger und vor allem der 90iger Jahre änderte sich diese Situation fast radikal: Die Suche nach neuen (Schein-) Identitäten bewirkte, dass sich die Antifa-Arbeit, die eigentlich Mittel zum Zweck sein sollte, verselbstständigte. Der Antifaschismus wurde bei vielen Gruppen zum eigentlichen Zweck ihres Daseins.

Doch eine Gruppe, die sich nur noch mit dem Gegner beschäftigt, befindet sich in der Defensive. Sie reagiert, aber agiert kaum noch.

Aus dem Kampf gegen den Faschismus, wurde nun ausschließlich ein Kampf gegen „die Nazis“ und gegen alle diejenigen, die man dafür hielt. Dies ging soweit, dass das schlichte Eintreten für nationale Unabhängigkeit mit „Neonazismus“ gleichgesetzt wurde. Mitglieder der KPD/ML etwa, die nationale Interessen vertraten, wurden plötzlich als „Nazis“ beschimpft. Bis heute sind „Antifaschisten“ (in Wirklichkeit sind sie das schon lange nicht mehr!) in einer völlig irrationalen Abneigung gegen alles, was mit dem Begriff „national“ zusammenhängt, gefangen. Für sie ist klar, dass alles was patriotischer ist als Angela Merkel, bekämpft werden muss. Einige Gruppen gingen gar soweit, dass sie sich zu sog. „Antideutschen“ verwandelten, und den Hass auf ihr eigenes Volk und deren Identität vollendeten.

Festzustellen bleibt, dass der Begriff „Antifaschismus“ über die Jahre völlig verfälscht und missbraucht worden ist und offen ins Lager seiner Feinde, der Imperialisten, gewechselt ist.

Unter dem Deckmantel von Demokratie und Menschenrechten agieren die „Antifaschisten“ heute als aggressivste Kriegstreiber und sehen in jedem Land, das dem Imperialismus Widerstand entgegensetzt, einen „neuer Hitler“, der mit amerikanischen Bomben entschärft werden müsse, da sonst unweigerlich ein neuer Holocaust bevorstehen würde.

Für Teile der selbsternannten „Antifaschisten“ ist es gar möglich, den Rassistenstaat Israel als das einzige Bollwerk gegen „Faschismus“ darzustellen und seine Politik von Natur aus als „antifaschistisch“ zu interpretieren.

Der neue Faschismus

Im Westen ist in den letzten Jahren ein neuer Typus von Faschismus entstanden.

Die politischen Strukturen der USA lassen sich schon seit langem am besten als Faschismus  charakterisieren, weil die Großkonzerne, der Geheimdienst, die Armee, die beiden Parteien und die diversen kriminellen Organisationen personell eng miteinander verflochten und teilweise sogar identisch sind. Verstärkt formierte sich dieser neue Faschismus in den USA aber seit dem 11. September 2001, als George W. Bush die Parole ausgab: „Seit ihr für uns oder gegen uns?“. Seitdem verschwanden in den USA viele Staatsbürger muslimischen Glaubens in Gefängnissen – in den meisten Fällen ohne Beweise für die Beteiligung an eventuellen terroristischen Straftaten. Der damalige US-Präsidentenberater John Dean bemerkte über dieses Treiben seiner Regierung an: „Ich bin besorgt, weil ein faschistisches Verhalten zu erkennen ist, ein Verhalten mit faschistischem Grundwesen“.

In Frankreich steht Nicolas Sarkozy an der Spitze dieser neuen faschistischen Bewegung, in der Bundesrepublik ist es Wolfgang Schäuble. Er wird sekundiert von den Arbeitsgeberverbänden, DGB-Funktionären (die vom Kapital geschmiert sind) und rechtskonservativen Kreisen (über „Junge Freiheit“ bis zu “Pro Köln“), die bereits dem Zionisten Ralph Giordano ein Bündnisangebot unterbreitet haben.

Unter der Regie  von Wolfgang Schäuble entsteht, nach dem Vorbild der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) eine Geheime Datenpolizei (Gedapo). Online-Durchsuchung, Rasterfahndung, Lauschangriff, Vorratsdatenspeicherung, sind hier nur einige Beispiele. Außerdem betreibt er mit aller Härte den Kampf gegen Islamisten und deutsche Extremisten, die sich nicht in die „westliche Wertegemeinschaft“ einfügen wollen. Wer englisch spricht, die „Political Correctness“ verinnerlicht hat, sich der imperialistischen Weltordnung unterwirft und somit die US-Kultur konsumiert, gehört dazu – die anderen setzen sich der Gefahr aus, als Feinde und Extremisten bekämpft zu werden. Sie landen dann im Verfassungsschutzbericht oder auf Guantanamo.

Im gesamten Westen wird heute eine Politik betrieben, welche die Interessen des Staates klar über das Wohl des Volkes stellt. Das ist Faschismus! Doch der neue Faschismus hat kein nationalistisches, sondern ein globalistisches Profil.

Nur leider ist die heutige Antifa nicht gewillt und imstande, ihren Antifaschismus gegen diesen neuen Faschismus und gegen die Extremisten der Mitte auszurichten. Stattdessen kämpft man entschlossen gegen die „neonazistische Gefahr“. Doch wer steht heute noch in der nazistischen Tradition? Ja, es gibt noch ein Gemisch von kleinsten Grüppchen und Einzelpersonen, die als Hitleristen und Nostalgiker agieren und ernsthaft glauben, die Reichskanzlei noch heute verteidigen zu müssen. Doch stellen diese eine Gefahr dar? Sind sie politisch ernst zu nehmen? Wohl kaum. Warum also diese Fixierung auf eine unbedeutende und unpolitische Randgruppe?

Die Antwort liegt auf der Hand: Der heutige „Antifaschismus“ ist zu einer sinnentleerten Pseudoideologie verkommen, der sich der neuen imperialistischen Weltordnung verschrieben hat und bereits selbst zu einem Bestandteil des neuen Faschismus geworden ist.

Gegen Faschismus, imperialistischen Krieg und Kapitalsdiktatur!

Organisiert den wahren Antifaschismus!